Damit die Tiere auf den Ausstellungen gut abschneiden, müssen sie ganz bestimmte Kriterien erfüllen, welche bereits unter den Bewertungsnoten aufgeführt wurden. Wie diese Kriterien in
der Praxis aussehen, soll hier kurz geschildert werden.
Tiere, die auf Ausstellungen gezeigt werden, müssen ein vollständiges Federwerk tragen, das rassespezifisch ausgeprägt ist. Des weiteren müssen alle Rassemerkmale vorhanden sein.
Diese sind für jede Geflügelrasse in dem Geflügelstandard des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) aufgeführt. Danach nehmen die Preisrichter die Bewertung vor. In ihm
sind auch alle Fachausdrücke aufgeführt. Ferner darf das Geflügel keine krummen Zehen oder andere knochenbedingte Missbildungen zeigen. Der Kammaufbau muss exakt stimmen.
Federliche Missbildungen werden bestraft. Ist ein Tier recht blass - sei es durch Krankheit oder fehlende Kondition bedingt - lässt man es besser zu Hause. Ebenso ist Geflügel mit
Ungeziefer nicht präsentationsfähig. Vor der Schau reinigt man in angewärmtem Seifenwasser mit einer Handbürste die Läufe und Zehen. Nach dem Abtrocknen reiben wir diese mit
Hautöl, Creme oder Vaseline ein.
Dadurch erscheint das Tier auf der Schau gepflegt und sauber.
Verschmutzte Kamm- und Gesichtspartien wäscht man mit reinem kalten Wasser sauber. Anschließend werden die Kopfpartien leicht eingefettet. Das Gefieder sollte vor der Schau nicht
gewaschen werden, da hierdurch die Federstruktur oft Schaden nimmt. Bei einer ordnungsgemäßen Haltung ist ein Waschen des Gefieders auch nicht notwendig. Eine Ausnahme machen
dabei die weißen oder hellen Farbenschlägen. Bei ihnen muss man trotz bester Haltung oftmals zum Waschkübel greifen. Wichtig ist, das die Wäsche in einem geheizten Raum
vorgenommen wird. Gewaschen wird mit Seifen- oder „Waschmittelwasser", wobei der Waschvorgang in Richtung der Feder verläuft. Das anschließend Auswaschen mit klarem, leicht
essigsaurem Wasser darf nicht zu kurz kommen. Ein Abtrocknen, welches ebenfalls in Federrichtung verlaufen muss, unterstützt die Gefiedertrocknung. Nach dem Waschen halten wir die
Tiere in trockener und sauberer Einstreu, damit sie sich nicht gleich wieder verschmutzen. Für die Ausstellungsbeschickung wählt man einen Transportbehälter, der die richtige
Größe für das jeweilige Geflügel aufweist.
Die Ausstellung
Auf Ausstellungen präsentiert der Züchter die von ihm im zurückliegenden Jahr geleistete Arbeit. Je nach Qualität der Elterntiere, der Zuchtlinienführung und dem züchterischen
Geschick bekommen die Tiere höhere oder tiefere Noten. Ein Preisrichter bewertet die ausgestellten Geflügelrassen und schreibt eine zuchtstandsbezogene Kritik. Der Anfänger sollte
sich von eventueller anfänglicher Erfolglosigkeit nicht entmutigen lassen. Mit etwas Erfahrung und Hilfe von Zuchtfreunden kommt es schnell zu einer qualifizierten Auswahl der
Ausstellungstiere - und somit zum Erfolg. Auch hier ist - wie man so schön sagt - noch kein Meister vom Himmel gefallen, und man kann gewiss nicht erwarten, gleich im ersten
Ausstellungsjahr die Spitze der Ausstellungstiere zu stellen, aber der kontinuierliche Aufstieg ist bei konzentrierter und fachgerechter Zuchtarbeit mit hochwertigen Tieren
vorgezeichnet.
Hat man ein „g" oder gar ein „sg" errungen, so darf man voll zufrieden sein. Manche sg - Tiere bekommen zusätzlich sogar noch einen Preis. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben,
das man bei den Ausstellungen für jedes Tier ein Standgeld zahlen muss, so das man nur in den seltensten Fällen mit „+ - 0" abschließt. Ein „Geschäft" kann man also nicht machen,
aber die Zucht und man selbst wird dadurch bekannt, und man erweitert so stets seinen Freundes- und Bekanntenkreis. Die Ausstellungen haben daher mehr einen ideellen Wert als
einen materiellen. Wer jedoch einmal vom Ausstellungsfieber gepackt wurde, der kommt so schnell nicht mehr los davon.
Streicherente auf einer Ausstellung
Zwerg Sulmtaler auf einer Ausstellung
Seidenhühner auf einer Ausstellung
Qualitätsnoten und Punkte
Jede Voliere, jeder Stamm und jedes Einzeltier erhält eine dem Rassewert entsprechende Note mit der zur weiteren Differenzierung dazugehörigen Punktzahl und zwar:
Qualitätsnoten:
97 Punkte = v
96 Punkte = hv
95, 94, 93 Punkte = sg
92, 91 Punkte = g
90 Punkte = b
0 Punkte = u
Die Bezeichnungen o.B., u.M. und n.a. erhalten keine Punkte. Die Qualitätsnoten werden wie folgt vergeben.
"vorzüglich" (v)
...wenn das Tier durch seinen überragenden Gesamteindruck das Bestmögliche des züchterisch Erreichbaren darstellt.
"hervorragend" (hv)
...wenn das Tier bis auf einen kleinen Wunsch den Forderungen von "v" entspricht.
"sehr gut" (sg)
...wenn sämtliche typischen Rassemerkmale in hohem Maße vorhanden sind, das Gesamtbild des Tieres als eindrucksvoll und harmonisch bezeichnet werden kann und kein Mangel
feststellbar ist.
"gut" (g)
...wenn das Tier kleine Mängel hat, jedoch keinen groben Fehler in der Form oder einem anderen Hauptrassemerkmal aufweist.
"befriedigend" (b)
...wenn das Tier trotz festgestellter grober Fehler noch einen befriedigenden Gesamteindruck hinterlässt.
"ungenügend" (u)
...erhalten Tiere ohne erkennbaren Rassewert.